16.11.2022

Von: Alexander Langenfaß

Schwarzer Sonntag für Burghauser Landesliga-Handballer


SVW verkauft sich bei der 41:23-Niederlage im Derby gegen Simbach deutlich unter Wert.

Das Pendel für das Landesliga-Derby zwischen dem Meisterschaftsfavoriten und aktuellen Tabellenführer TSV Simbach und dem Aufsteiger und derzeitigen Tabellenvierten SV Wacker Burghausen schlug im Vorfeld der Partie bereits deutlich in Richtung der Niederbayern aus. Am Sonntagabend in der rappelvollen Richard-Findl-Halle bestätigte sich dies dann auch. Mit 41:23 musste sich die Mannschaft des Trainergespanns Rainer Biedersberger / Helmut Aigner deutlich geschlagen geben. Allerdings mussten die Burghauser ohne drei Leistungsträger in die Partie starten. Neben der Qualität der gänzlich verhinderten Kalchauer Brüder, fehlte auch Cristian Toth´s Dynamik im Burghauser Spiel, da er aufgrund einer Oberschenkelverletzung nur für 7-Meter-Strafwürfe eingesetzt werden konnte.

In der Anfangsphase der Begegnung waren die Herzogstädter noch in der Lage diese Ausfälle einigermaßen zu kompensieren. Nach 10-Minugen lag Wacker nach Treffern von Erik Pfaadt, Tobias Bieringer und Tony Ivankovic lediglich mit 6:4 zurück. Im Anschluss erhöhten die Innstädter jedoch das Tempo. Auch weil der Burghauser Angriff zunehmend mit der eigenen Chancenverwertung sowie unnötigen technischen Fehlern zu kämpfen hatte, geriet die Burghauser Defensive immer weiter unter Druck. Simbach nutzte die Fehler des SVW konsequent und zog im Stile einer Spitzenmannschaft bis zur 20. Minute auf 14:6 davon. Auch im weiteren Spielverlauf agierte der SVW im Angriff oft zu behäbig und viel zu statisch, um die kompakte Simbacher Defensive ernsthaft in Bedrängnis zu bringen, sodass Simbach seine Führung mit einfach erzielten Gegenstoßtoren ausbauen konnte (19:10, 29.Minute). Kurz darauf verloren die Herzogstädter mit Dennis Rieger einen weiteren Leistungsträger. Rieger wurde nach einer regelwidrigen Unterbrechung eines Tempogegenstoßes mit einer Spielstrafe belegt und Simbach nutzte die Überzahlsituation zur deutlichen Halbzeitführung von 21:10.

Das Halbzeitergebnis in Kombination mit der Simbacher Abgeklärtheit ließ die Burghauser Mannschaft in der zweiten Halbzeit völlig resignieren. Vor allem gegen den tschechischen Rückraumspieler Jan Josef und die temporeich und aggressiv vorgetragenen Angriffe fand die Wacker-Defensive kein Mittel, sodass der TSV die Führung bis zur 46. Minute auf 35:15 ausbaute. Über Erik Pfaadt, Tobias Bieringer und Thomas Reitmeier konnte Wacker bis zum Ende der Begegnung noch ein wenig Ergebniskosmetik betreiben, ehe die Begegnung mit 41:23 beendet wurde.

„Am Ende geht die Niederlage gegen Simbach völlig in Ordnung. Man merkt dem TSV das Mehr an Erfahrung, Coolness und Effizient deutlich an. Vermutlich wären wir heute selbst in Bestbesetzung als Verlierer von der Platte gegangen, wenngleich die Niederlage unter Umständen nicht ganz so deutlich ausgefallen wäre. Wichtig ist, dass unsere Mannschaft diesen Punktverlust nicht überbewertet und den Fokus auf die kommenden Aufgaben legt. Alle Spieler, speziell die der zweiten Reihe müssen weiter an Ihrer guten Entwicklung arbeiten, damit sie in Zukunft noch mehr Verantwortung übernehmen können. Das hat heute nur in einigen Bereichen der Mannschaft gut geklappt. Wir haben uns heute leider unter Wert verkauft.“ fasst Hannes Enders, stellvertretender Abteilungsleiter der SVW Handballer das Spiel zusammen.

Für die Burghauser ist die Niederlage gegen den Spitzenreiter und Meisterschaftsfavoriten verschmerzbar, da die Punkte für den Klassenerhalt gegen andere Mannschaften der Liga geholt werden müssen. Dennoch sollten die Trainer und die Mannschaft das Spiel gegen den Tabellenführer analysieren, um in den kommenden Begegnungen wieder selbstbewusster und beweglicher aufzutreten. Bereits am kommenden Samstag wartet nämlich der nächste schwere Brocken auf den SV Wacker Burghausen. Um 14:30 Uhr ist in der heimischen Sportparkhalle der aktuelle Tabellendritte des TSV Herrsching zu Gast. Die Mannschaft vom Ammersee möchte in dieser Saison ein Wort um den Bayernligaaufstieg mitsprechen und gilt in diesem Spiel als klarer Favorit.

Der SVW, der mit 9:7-Punkten weiter auf Platz 4 in der Tabelle steht, wird in diesem Spiel einen absolut perfekten Tag brauchen, wenn man für eine Überraschung sorgen möchte.

Für den SV Wacker Burghausen spielten Kilian Freilinger, Tom Schimmel und Alexander Langenfaß im Tor sowie Tobias Bieringer (8), Erik Pfaadt (5), Thomas Reitmeier (3), Tony Ivankovic (3), Jonas Longo (1), Dennis Rieger (1), Christian Toth (1/1), Christian Schreyer (1/1), Rainer Biedersberger, David Derek und Florian Staudhammer.


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